Kohlendioxid (CO2) ist das bedeutendste vom Menschen verursachte Treibhausgas. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern. Dies sind hauptsächlich Heizöl und Gas (Brennstoffe) sowie Benzin und Diesel (Treibstoffe).
Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der CO₂-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen und verdeutlicht damit die Wirksamkeit der klimapolitischen Massnahmen im Energiebereich, beispielsweise der CO2-Abgabe auf Brennstoffe.
mittelmässig
unbefriedigend
CO2 Emissionen
Die CO2-Emissionen aus Brennstoffen sind witterungsbereinigt 2025 erneut leicht zurückgegangen. Gegenüber 1990 lagen diese Emissionen 46 Prozent tiefer, die Verminderung gegenüber dem Vorjahr betrug 4.8 Prozent. Die Abnahme ist grösstenteils auf die bessere Energieeffizienz von Gebäuden und den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen zurückzuführen. Die verstärkten Anstrengungen der Kantone tragen wesentlich dazu bei.
Im Jahr 2025 ist der CO2-Ausstoss aus Treibstoffen gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken, und zwar um 0.8 Prozent. Die Emissionen haben damit den Wert von 2019, d.h. vor der COVID-19-Pandemie, nicht mehr erreicht. Zu den Gründen dafür zählen eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens (mehr Homeoffice und weniger Geschäftsreisen) sowie wachsende Anteile der Elektromobilität und der biogenen Treibstoffe.
Trotz des fortschreitenden Umstiegs auf erneuerbare Energien wird beispielsweise der Grossteil der Gebäude in der Schweiz noch immer mit fossilem Öl oder Gas beheizt. Dadurch entfallen rund drei Viertel der gesamten CO2-Emissionen aus Brennstoffen auf den Gebäudesektor. Die CO2-Emissionen aus Treibstoffen sind gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 gesamthaft um lediglich 8 Prozent gesunken. Der Zustand wird daher als mittelmässig bewertet.
Der rückläufige Trend der CO₂-Emissionen aus Brennstoffen in den letzten Jahren kann als positiv bewertet werden. Dagegen weisen die CO2-Emissionen aus Treibstoffen seit dem Rückgang 2020 – hervorgerufen durch die Pandemie – keine wesentliche Abnahme mehr auf. Sowohl bei den Brenn- als auch bei den Treibstoffen ist die Abnahme der CO2-Emissionen nicht ausreichend im Hinblick auf die mittelfristigen Zielsetzungen und das Netto-Null-Ziel bis 2050. Aus diesem Grund wird die Entwicklung der CO2-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen insgesamt als unbefriedigend bewertet.
Höhe der CO2-Abgabe
Die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe ist ein wichtiges Instrument zur Erreichung der international und national festgelegten Emissionsziele. Der Abgabesatz der CO2-Abgabe wird erhöht, falls die witterungsbereinigten CO2-Emissionen aus Brennstoffen die festgelegten Schwellenwerte übersteigen. So stieg der Abgabesatz ab Januar 2014 von 36 auf 60 Franken je Tonne CO2, ab Januar 2016 auf 84 Franken je Tonne CO2, ab Januar 2018 auf 96 Franken je Tonne CO2 und ab Januar 2022 auf 120 Franken je Tonne CO2. Zurzeit sieht die Gesetzgebung keine weitere Erhöhung der CO2-Abgabe vor.
Die CO2-Emissionen gemäss CO2-Statistik bilden eine Teilmenge der im CO2-Gesetz und im Rahmen des Übereinkommens von Paris rapportierten Treibhausgasemissionen. Für einen internationalen Vergleich siehe Indikator «Treibhausgasemissionen pro Kopf».
Die hier aufgeführten energiebedingten CO2-Emissionen gemäss CO2-Statistik decken alle CO2-Emissionen aus Treibstoffen, sowie die für die CO2-Abgabe relevanten CO2-Emissionen aus Brennstoffen, witterungsbereinigt, ab.
Die energiebedingten CO2-Emissionen gemäss CO2-Statistik erhält man durch Aufsummieren der Einzelemissionen der fossilen Treib- und Brennstoffe. Diese berechnen sich nach der Formel: Emission = Jahresleistung * Emissionsfaktor. Die Jahresleistung (Aktivitätsrate) gibt das Ausmass einer Tätigkeit an, hier den jährlichen Verbrauch eines Brennstoffs (z. B. Heizöl, Gas) oder Treibstoffs (z. B. Diesel, Benzin, Kerosin, Flugbenzin). Brennstoffemissionen werden bei dieser Berechnung anhand der Gradtage und der Sonneneinstrahlung bereinigt, um den Einfluss von Witterungsschwankungen auszugleichen. Datenquelle: Schweizerische Gesamtenergiestatistik (Bundesamt für Energie), Treibhausgasinventar der Schweiz (Bundesamt für Umwelt).
Bei methodischen Änderungen, verbesserter Ausgangsdatenlage oder Korrekturen erfolgt eine Neuberechnung der gesamten Zeitreihe.