Der Wasserstress-Fussabdruck misst den Wasserverbrauch, der durch den Konsum von Gütern und Dienstleistungen entsteht, und berücksichtigt dabei die Wasserknappheit in den betroffenen Regionen. Dabei werden nicht nur die Wasserverbräuche in der Schweiz berücksichtigt, sondern auch jene im Ausland, die bei der Herstellung importierter Produkte entstehen. Zusammenfassend misst der Indikator die Belastung der Wasservorkommen zur Deckung des Wasserbedarfs durch den Konsum der Schweizer Bevölkerung.
schlecht
unbefriedigend
Pro Person
Pro Person ist der Fussabdruck von 2000 bis 2023 schwankend mit einer Tendenz zur Abnahme. Über den gesamten Betrachtungszeitraum hat er um 6 % von rund 4300 m3eq auf 4050 m3 pro Person abgenommen.
Da die Wasserknappheit in vielen Ländern, aus denen die Schweiz wasserintensive Produkte importiert, deutlich höher ist als in der Schweiz, fällt der überwiegende Teil des Wasserstress-Fussabdrucks im Ausland an. Der ausländische Anteil des Wasserstress-Fussabdrucks stammt primär aus Importen von Lebensmitteln und Bekleidung. Der inländische Anteil ist praktisch unbedeutend.
Der Fussabdruck liegt über einem naturverträglichen Niveau und müsste stärker und schneller sinken. Basierend auf EBP und Impact Economics (2026) wird eine Reduktion um 27% empfohlen. Daher wird der Zustand als schlecht bewertet.
Obwohl die Gesamtumweltbelastung unter dem Niveau von 2000 liegt, nimmt der Fussabdruck über den gesamten Betrachtungszeitraum nur leicht ab. Daher wird die Bewertung angepasst und die Entwicklung als unbefriedigend eingestuft.
Absolut
Im Beobachtungszeitraum erhöht sich der Fussabdruck in absoluten Grössen um 17 %, von 31 auf 36 Milliarden Kubikmeter Wasseräquivalent. Der Anstieg ist in erster Linie auf den durch Importe verursachten Wasserstress zurückzuführen, während der inländische Beitrag kaum ins Gewicht fällt. Die Zunahme der absoluten Werte im Gegensatz zu den pro-Kopf-Werten steht auch im Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum in der Schweiz.
Effizienz
Im Betrachtungszeitraum hat sich die Wasserstress-Effizienz leicht verbessert: Der Effizienzindex stieg von 100 auf 117. Dies deutet auf eine leichte Verbesserung des verbrauchsbedingten Wasserstresses hin. Diese Entwicklung ist jedoch nach wie vor moderat und lässt keine eindeutige Entkopplung zwischen dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen und dem Wasserverbrauch erkennen.
Es ist aktuell kein internationaler Vergleich möglich. Der Indikator ist nicht direkt mit dem SDG-Indikator 6.4.2 «Level of water stress» der United Nations vergleichbar, da dieser den Wasserstress auf territorialer Basis misst.
Der konsumbedingte Wasserstress-Fussabdruck der Schweiz gemäss AWARE (Available Water Remaining) berücksichtigt nationale Wasserknappheiten. Länder mit höherer Wasserknappheit werden dabei stärker gewichtet. Er wird berechnet, indem das verbleibende verfügbare Wasser pro Flächeneinheit in einem bestimmten Wassereinzugsgebiet ermittelt und anschliessend mit dem globalen Durchschnitt verglichen wird. Dabei werden die Bedürfnisse von Mensch und aquatischen Ökosystemen berücksichtigt (Boulay et al. 2017).
Der Fussabdruck wird im Zeitverlauf anhand dreier komplementärer Parameter analysiert und interpretiert:
Die zugrundeliegende Berechnung stammt aus der Publikation «Umwelt-Fussabdrücke der Schweiz: Entwicklung zwischen 2000 und 2018» (EBP/Treeze 2022) sowie einer Aktualisierung durch EBP.
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
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| Abnahme | Mittel 2000-2002 | Mittel 2021-2023 | -5.65% | Abnahme | *unbefriedigend |
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Basis: m³ Wasser-eq pro Person (Inland + Ausland) *Änderung des endgültigen Bewertungsergebnisses des Trends gemäss der Begründung im Kommentar |
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