Der Indikator zeigt, über alle Umweltbereiche hinweg, die Gesamtbelastung im In- und Ausland, die mit der Schweizer Endnachfrage verbunden ist. So werden für die Herstellung von Konsumgütern Rohstoffe und Energie benötigt, während Siedlungen, Verkehr sowie der Anbau von Futter- und Lebensmitteln Land und Wasser in Anspruch nehmen. Während sich eine Überbeanspruchung der Ressourcen in der Schweiz eher mittel- bis langfristig auf das Wirtschaftssystem und die Lebensqualität auswirken dürfte, sind andere Länder bereits heute stark betroffen, etwa durch die Abholzung von Wäldern, Folgen des Klimawandels oder Wasserknappheit.
schlecht
unbefriedigend
Pro Person
Der Gesamtumweltbelastungs-Fussabdruck sank zwischen 2000 und 2023 (bei jährlichen Schwankungen) um 21 % von rund 37 auf 29 Millionen Umweltbelastungspunkten (UBP). Da viele Produkte importiert werden, wird die Umwelt vor allem im Ausland belastet. Im Jahr 2023 fielen rund 77% der Umweltbelastung jenseits der Landesgrenzen an.
Die Entwicklung über die gesamte Zeit geht in der Tendenz in die richtige Richtung. Es gab beispielsweise Erfolge im Inland bei der Luftreinhaltung und dem Schutz der Ozonschicht. Gesetzliche Vorgaben und technologische Entwicklungen haben dabei eine zentrale Rolle gespielt. Auch grössere Marktanteile umweltfreundlicher Güter und Dienstleistungen können dazu beigetragen haben.
Jedoch müsste der Gesamtumweltbelastungs-Fussabdruck schneller und stärker sinken, um ein ressourcenverträgliches Niveau zu erreichen. Dieser überschreitet die Schwellenwerte für nachhaltige Ressourcennutzung, die sich an den ökologischen Belastbarkeitsgrenzen orientieren. Um nachhaltig zu sein, müsste der Fussabdruck um rund 73% sinken (EBP/Impact Economics 2026). Für diesen Grund wird der Zustand als schlecht eingestuft.
Obwohl die Gesamtumweltbelastung unter dem Niveau von 2000 liegt, ist sie seit 2021 gestiegen. Daher wird der Trend geändert und zugunsten einer unbefriedigenden Bewertung angepasst.
Absolut
Der absolute Gesamtumweltbelastungs-Fussabdruck ist über den gesamten Betrachtungszeitraum unter Berücksichtigung der Zunahme der schweizerischen Wohnbevölkerung um gut 1% gesunken.
Effizienz
Im Betrachtungszeitraum hat sich die Gesamtumweltbelastung-Effizienz verbessert: Der Effizienzindex stieg von 100 auf 138. Eine Entkopplung zwischen Wohlstand und Gesamtumweltbelastung hat somit langfristig stattgefunden.
Der Indikator in Umweltbelastungspunkten orientiert sich an den Zielen der Schweizer Umweltpolitik. Es gibt deshalb keinen internationalen Vergleich. Der Ansatz wurde in weiteren Ländern wie Deutschland und Japan in den wissenschaftlichen Dialog aufgenommen.
Um alle Umwelteinwirkungen (Emissionen Luft/Wasser, Schwermetalle, Rohstoffverbräuche etc.) erfassen zu können, wurde die UBP-Methode (Methode der ökologischen Knappheit) angewendet. Sie weist alle Umweltwirkungen in Umweltbelastungspunkten (UBP) aus. Die Methode gewichtet verschiedene Umweltwirkungen mittels Ökofaktoren anhand des Abstands zwischen heutiger Umweltsituation (Emissionen und Ressourcenbeanspruchung) und bestehenden Zielen eines Staates/einer Region («distance-to-target approach»). In der Schweiz orientiert sich die UBP-Methode an wissenschaftlich fundierten, politisch legitimierten schweizerischen und internationalen Umweltzielen. Je weiter eine Schadstoffemission vom Zielwert entfernt ist, desto größer ihre Bedeutung in der Gesamtbilanz. Die Umweltwirkung ergibt sich aus: emittierte Schadstoffmenge × Ökofaktor.
Bei der Modellierung der durch Endnachfrage verursachten Umweltbelastung wird die gesamte Wertschöpfungskette aller konsumierten Güter und Dienstleistungen berücksichtigt (Gewinnung, Produktion, Transport, Nutzung, Entsorgung). Einbezogen werden in der Schweiz und im Ausland verbrauchte Ressourcen und verursachte Emissionen. Die Umweltbelastung durch Exporte wird abgezogen, da nicht dem inländischen Konsum zuzurechnen. Dies entspricht den Systemgrenzen der Fussabdruck- bzw. Konsumperspektive.
Der Fussabdruck wird im Zeitverlauf anhand dreier komplementärer Parameter analysiert und interpretiert:
EBP & Impact Economics. 2026. Umwelt-Fussabdrücke der Schweiz: Entwicklung zwischen 2000 und 2023. Bundesamt für Umwelt. Download
Vergleich mit dem «ökologischen Fussabdruck»: Der Indikator ist verwandt, aber nicht zu verwechseln mit dem «ökologischen Fussabdruck» gemäss Global Footprint Network. Dieser fasst aus der Konsumperspektive die direkte Landnutzung, den Wildfang von Fisch und die zur Kompensation der fossilen CO2-Emissionen (theoretisch) erforderlichen Waldflächen in einer Zahl zusammen. Der ökologische Fussabdruck ist kein vollumfänglicher Umweltindikator. Der Verbrauch von Süsswasser und anderen erneuerbaren und nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen sowie der Verlust von Biodiversität oder die Umweltbelastung durch Luftschadstoffe, Schwermetalle, Stickstoff und schwer abbaubare Schadstoffe werden nicht berücksichtigt. Der grosse Mehrwert liegt in der anschaulichen Kommunikation und seiner grossen Bekanntheit. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz übersteigt hochgerechnet die globale Biokapazität um fast das Dreifache. Trotz grossen methodischen Unterschieden liegt der resultierende Handlungsbedarf in der gleichen Grössenordnung wie derjenige gemäss UBP-Methode.
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
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| Abnahme | Mittel 2000-2002 | Mittel 2021-2023 | -25.01% | Abnahme | unbefriedigend* |
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Basis: Mio. UBP pro Person (Inland + Ausland) *Änderung des endgültigen Bewertungsergebnisses des Trends gemäss der Begründung im Kommentar |
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