Die Endnachfrage von Gütern und Dienstleistungen ist häufig mit dem Ausstoss von Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette im In- und Ausland verbunden, beispielsweise Kohlendioxid aus dem Verkehr, der Gebäudeheizung, der Industrie, aber auch aus der Gewinnung von Rohstoffen. Lachgas- und Methanemissionen stammen insbesondere aus der Land- und Abfallwirtschaft.
Die Schweiz ist eine kleine, offene Volkswirtschaft und eng in den weltweiten Handel eingebunden. Deshalb ist es wichtig, neben den Emissionen im Inland auch jene zu berücksichtigen, die im Ausland durch die Schweizer Endnachfrage entstehen. Wegen des hohen Import-Anteils am Gesamtkonsum fällt ein grosser Teil des Fussabdrucks im Ausland an.
schlecht
unbefriedigend
Das Klima- und Innovationsgesetz (KlG) bildet den Rahmen für die mittel- bis längerfristige Klimapolitik der Schweiz. Es verankert insbesondere das Netto-Null-Ziel 2050 für die territorialen Treibhausgasemissionen vor und es enthält Richtwerte für einzelne emittierenden Sektoren. Das KIG leistet einen Beitrag zur Senkung des Treibhausgas-Fussabdrucks – auch wenn das Netto-Null-Ziel sich nicht auf den Auslandanteil bezieht. Neben dem KlG und dem CO2-Gesetz tragen weitere Erlasse, Strategien und Massnahmen in anderen Politikbereichen zu einem Rückgang der Treibhausgasemissionen und damit auch des Treibhausgas-Fussabdrucks bei (Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030, Postulatsbericht "Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik oder Art. 10h Umweltschutzgesetz).
Pro Person
Der Treibhausgas-Fussabdruck pro Person betrug im Jahr 2023 rund 14.8 Tonnen CO2-Äquivalente. Dies liegt weit über einem Mass, das mit den Belastbarkeitsgrenzen des Planeten vereinbar ist. Global gesehen darf nur eine begrenzte Menge an Emissionen in die Atmosphäre gelangen, um die Klimaerwärmung auf 1.5 Grad zu beschränken. Geht man davon aus, dass die Menschen weltweit einen vergleichbaren Anspruch auf Emissionen haben, dann dürfte der Anteil der Schweiz bereits aufgebraucht sein. Aus diesen Gründen wird der Zustand als schlecht bewertet.
Der langfristige Trend zeigt seit 2000 eine Abnahme von rund 30% auf. Diese ist zwar in der Tendenz positiv. Ohne zusätzliche Massnahmen wird jedoch bis 2050 kein naturverträgliches Niveau erreicht. Der aktuelle Trend ist daher als unbefriedigend zu bewerten.
Absolut
Obwohl die Bevölkerung im Betrachtungszeitraum zunahm, hat der Treibhausgas-Fussabdruck gegenüber 2000 abgenommen, nämlich um rund 13% auf rund 132 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.
Effizienz
Das Verhältnis der inländischen Endnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zum Treibhausgas-Fussabdruck nahm zwischen 2000 und 2023 um rund 60% zu. Somit hat eine Entkoppelung zwischen Wohlstandszunahme und Treibhausgasemissionen stattgefunden.
Die Abnahme des Treibhausgas-Fussabdrucks sowie die Verbesserung der Effizienz haben unterschiedliche Ursachen. Einerseits haben umwelt- und energiepolitische Vorgaben einen Einfluss. Beispielweise setzt die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas Anreize zum sparsamen Verbrauch und zum vermehrten Einsatz klimafreundlicher Energieträger. Andererseits können auch ressourceneffizientere Technologien sowie ein steigender Marktanteil umweltschonender Güter und Dienstleistungen einen Einfluss gehabt haben.
Aufgrund unterschiedlicher Datenquellen und Berechnungsmethoden ist ein internationaler Vergleich nur eingeschränkt möglich. Über diese Webseite von Eurostat lässt sich der absolute Treibhausgas-Fussabdruck für verschiedene EU und nicht-EU Länder vergleichen.
Der Treibhausgas-Fussabdruck erfasst die Treibhausgasemissionen, die durch die inländische Endnachfrage nach Waren und Dienstleistungen eines Landes gesamthaft entstehen. Die inländische Endnachfrage entspricht der Summe der Ausgaben der privaten Haushalte und des Staates für den Endverbrauch, der Bruttoanlageinvestitionen und der Vorratsveränderungen.
Beim Treibhausgas-Fussabdruck handelt es sich um eine Grösse, die nicht direkt gemessen werden kann und daher zumindest teilweise modelliert werden muss. Hierfür existieren unterschiedliche Methoden. Für die Schweiz wurde der Ansatz der «Environmentally Extended Multiregional Input-Output Analysis» (EE-MRIOA) ausgewählt. Dabei handelt es sich um die von der internationalen statistischen Gemeinschaft bevorzugte Methode, deren Anwendung dank der Verfügbarkeit neuer Datenquellen möglich geworden ist. Das BFS hat die gemäss diesem Ansatz berechneten Ergebnisse des Treibhausgas-Fussabdrucks erstmals im Dezember 2025 veröffentlicht.
In dieser Methode werden die inländischen Emissionen der Schweiz, wie sie in den Luftemissionskonten erfasst sind, um ein Modell ergänzt. Dieses kombiniert multiregionale Input-Output-Tabellen (MRIOT), mittels derer sich die Produktflüsse zwischen Ländern und Branchen nachverfolgen lassen, mit dazu kompatiblen Daten zu Treibhausgasemissionen nach Ländern, Branchen, Gasen und Jahren. Die Kombination dieser Datenquellen erlaubt, die entlang der gesamten Produktionskette generierten Emissionen am Ort ihrer Entstehung zu schätzen.
Ab 2010 stützt sich die Berechnung des Treibhausgas-Fussabdrucks auf die Daten von FIGARO/Eurostat, für die Jahre von 2000 bis 2009 auf jene von IEA/OECD und GLORIA. Aufgrund dieser Änderung der Quelle ist die zeitliche Vergleichbarkeit nur bei gröberen Aggregaten gegeben.
Der Fussabdruck wird im Zeitverlauf anhand dreier komplementärer Parameter analysiert und interpretiert:
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
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| Abnahme | Mittel 2000-2002 | Mittel 2021-2023 | -29.04% | Abnahme | unbefriedigend* |
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Basis: t Co2-Äq. pro Person (Inland + Ausland) *Änderung des endgültigen Bewertungsergebnisses des Trends gemäss der Begründung im Kommentar |
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