Der Material-Fussabdruck (Raw Material Consumption, RMC) zeigt die Gesamtmenge der Rohstoffe, die in der Schweiz oder im Ausland benötigt werden, um die schweizerische Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu decken. Alle Materialien, die während des Produktlebenszyklus verbraucht werden, fliessen in diesen Indikator mit ein. Der Abbau, der Transport, die Verwendung und die Entsorgung von Material belasten die Umwelt durch Landverbrauch und Emissionen. Eine Abnahme des Material-Fussabdrucks ist deswegen wichtig.
mittelmässig
unbefriedigend
Als planetenverträgliches Mass gilt gemäss UBA 2015 5 bis 8 Tonnen pro Person bis 2050, wobei die unterschiedliche Relevanz verschiedener Rohstoffe für die Umwelt mit einbezogen werden muss. Der Bundesrat hat sich zudem mit der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 das Ziel gesetzt, dass der Material-Fussabdruck pro Person deutlich und im Einklang mit dem 1.5-Grad-Ziel des Klimaübereinkommens von Paris sinkt.
Zwischen 2000 und 2023 stellten die nichtmetallischen Mineralien mit durchschnittlich rund 46% die am meisten verbrauchte Materialkategorie dar. Sie werden hauptsächlich in der Baubranche eingesetzt (Sand, Kies usw.).
Der Material-Fussabdruck der Schweiz nahm pro Person zwischen 2000 und 2023 um ca. 5.4 Tonnen ab und betrug 2023 rund 15 Tonnen. Die Abnahme im Vergleich zu 2019 ist vor allem auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen.
Der absolute Wert des Material-Fussabdrucks nahm zwischen 2000 und 2023 um 8.4% ab und belief sich 2023 auf 134.1 Mio. Tonnen.
Die Material-Effizienz, gemessen als Quotient zwischen dem Schweizer Bruttoinlandprodukt und dem Rohstoffverbrauch des Konsums in Tonnen, verbesserte sich zwischen 2000 und 2023 um 65%.
Der materielle Fussabdruck pro Person ist im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 nur um 0,95 % zurückgegangen. Diese leichte Verringerung lässt Herausforderungen bei der Erreichung der gesetzten Ziele erkennen, weshalb der Zustand als mittelmässig eingestuft wird. Der seit mehreren Jahren zu beobachtende Trend ist positiv. Allerdings würde er nur dann dazu führen, dass das planetenverträgliches Mass bis 2050 erreicht wird, wenn zusätzliche Anstrengungen unternommen würden. Der Trend wird daher als unbefriedigend bewertet.
Der Material-Fussabdruck der Schweiz lag im Jahr 2023 über dem europäischen (EU-27, Eurostat 2024) wie auch dem globalen Durchschnitt (SCP Hotspot Analysis).
Der Indikator beschreibt den durch die inländische Endnachfrage verursachten Rohstoffverbrauch. Für die Herstellung, den Transport, die Nutzung und die Entsorgung der in der Schweiz konsumierten Güter und Dienstleistungen werden auch im Ausland Rohstoffe verwendet. Der Indikator umfasst sowohl diesen im Ausland anfallenden Ressourcenverbrauch als auch den Anteil der inländischen Gewinnung, der für die Deckung der Schweizer Endnachfrage genutzt wird. Dabei sind alle aus der Natur entnommenen Materialien ausser Wasser und Luft berücksichtigt.
Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik (BFS) erhoben, die zu den Satellitenkonten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört. Die Umweltgesamtrechnung beruht auf dem System umweltökonomischer Gesamtrechnungen (SEEA) der UNO. Die mit diesem Indikator dargestellten Daten basieren auf einer Anpassung der Methode von Eurostat, mit der die Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umgerechnet werden. Die RÄ-Indikatoren stützen sich auf eine Modellierung und sind deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als jene der direkten Flüsse. Sie sind daher als Schätzungen zu betrachten.
Die inländische Endnachfrage wird gemäss der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet und entspricht der Summe der Ausgaben der privaten Haushalte und des Staates für den Endverbrauch, der Bruttoanlageinvestitionen und der Vorratsveränderungen.
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
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| Abnahme | Mittel 2000-2002 | Mittel 2021-2023 | -26.09% | Abnahme | *unbefriediegend |
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Basis: t pro Person *Änderung des endgültigen Bewertungsergebnisses des Trends gemäss der Begründung im Kommentar |
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