Die Belastung des Bodens mit Blei hängt hauptsächlich mit dem atmosphärischen Eintrag aus industriellen und verkehrsbedingten Emissionen zusammen. Abhängig von der Konzentration ist Blei für Tiere, Menschen und unter gewissen Umständen auch für Pflanzen giftig. Die Kontamination erfolgt vor allem durch Einatmen und die orale Aufnahme von Bodenpartikeln. Belastete Spielplätze stellen für Kinder aufgrund ihres Körpergewichts und des Spielverhaltens ein besonders hohes Risiko dar. Die gesundheitlichen Folgen einer zu hohen Bleibelastung können gravierend sein und, insbesondere bei Kindern, irreversible neurologische Störungen umfassen (Bleivergiftung). Hingegen wird Blei in Pflanzen nur wenig gespeichert und gelangt somit nur selten in die Nahrungskette.
gut
positiv
Der durchschnittliche Blei-Gehalt in den obersten 20 cm des Bodens lag über den gesamten Messzeitraum deutlich unterhalb des Richtwerts gem. Anh.1, VBBo (50 mg/kg TS). Der Zustand ist folglich als gut zu bewerten.
Zwischen dem ersten (1985–89) und dem dritten (1995–99) Erhebungszyklus blieb die Bleikonzentration relativ stabil. Danach sank der Bleigehalt deutlich. Dieser Rückgang lässt sich durch die Verbesserung der Luftqualität erklären: Die Reduktion des Bleigehalts in Benzin seit den 1970er-Jahren und das totale Verbot ab 2000 haben unter anderem zu einer Verminderung des atmosphärischen Eintrags beigetragen. Allerdings ist Blei nur in sehr sauren Böden löslich und wird nur selten im Sickerwasser mitgeführt oder von der Vegetation aufgenommen. Solange Blei-Immissionen bestehen bleiben, sammelt sich dieses Element also weiterhin im Oberboden an.
Die Ergebnisse des siebten (2015-19) Erhebungszyklus zeigen einen leichten Anstieg der Blei-Konzentration im Oberboden. Ob diese leicht höheren Werte einem gestiegenen Bleieintrag zuzuschreiben sind und sich fortsetzen, werden künftige Erhebungen zeigen. Da der Konzentrationsanstieg gering ist, kann in Verbindung mit den in der Vergangenheit ergriffenen wirkungsvollen Massnahmen (Verbot von verbleitem Benzin) noch immer von einer stabilen Bleikonzentration ausgegangen werden. Die Entwicklung wird deshalb zum aktuellen Zeitpunkt noch als positiv eingestuft.
Detailliertere Informationen sind in der Publikation «Ergebnisse der Nationalen Bodenbeobachtung 1985-2019» verfügbar.
Seit 1985 werden auf allen 114 Dauerbeobachtungsflächen des Nationalen Boden-Beobachtungsnetzes NABO alle fünf Jahre Mischproben aus den obersten 20 cm des Bodens genommen.
Die Analyse des Bleigehalts erfolgt im Oberboden, weil sich die über die Luft transportierten Schadstoffe in dieser Schicht akkumulieren.
Der Bleigehalt wird anhand der Methode der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) analysiert (Lösungsmittel: 2 molare Salpetersäure HNO3). Die Ergebnisse (in mg kg-1 Trockensubstanz) werden als durchschnittlicher Gehalt je Erhebungszyklus angegeben. Für die Berechnung des Durchschnittswerts werden alle nicht im Wald liegenden Standorte mit durchgehenden Zeitreihen berücksichtigt.
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
|---|---|---|---|---|---|
| Abnahme | Mittel 1985/89-1995/99 | Mittel 2005/09-2015/19 | -3.33% | Abnahme | positiv |