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Kohlenstoffgehalt von Ackerböden

Die organische Substanz der Böden (Humus) entsteht durch die Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Abfällen durch Bodenorganismen. Die Funktionen der Böden (landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Produktion, Regulation des Wasser- und Nährstoffkreislaufes, Klimaregulierung, Lebensraum) und ihre Biodiversität hängen von der Quantität und Qualität der organischen Substanz ab. Der Gehalt an Kohlenstoff, der den Hauptbestandteil der organischen Substanz ausmacht, ist ein allgemeiner Indikator für die Qualität und Fruchtbarkeit der Böden.

Bewertung des Zustandes
nicht bewertbar nicht bewertbar
Bewertung der Entwicklung
positiv positiv
Kohlenstoff 2015/19: 2.14442823886 Kohlenstoff 2010/14: 2.10722991071488 Kohlenstoff 2005/09: 2.0483328884994 Kohlenstoff 2000/04: 2.00487501479821 Kohlenstoff 1995/99: 1.96872745604464 Kohlenstoff 1990/94: 1.99974523077143 Kohlenstoff 1985/89: 2.05843860538179
Gehalt Oberboden (0-20 cm) an NABO-Monitoringstandorten unter Ackerbau.

Daten zur Grafik: Excel | Quelle: NABO

Kommentar

Der Gehalt an organischem Kohlenstoff variiert je nach Bodentyp erheblich: Er wird beeinflusst durch natürliche Faktoren wie die physikalischen Eigenschaften des Bodens (z.B. Tongehalt) und die klimatischen Bedingungen, aber auch durch die menschliche Nutzung des Bodens. Die landwirtschaftlichen Verfahren beeinflussen den Gehalt an organischem Kohlenstoff direkt (Veränderung des Kreislaufs der organischen Substanz) oder auch indirekt (Erosion, Verdichtung). An Referenzwerten für standorttypische Kohlenstoffgehalte in Böden wird national und international geforscht, aktuell existieren solche jedoch noch nicht.

Die Ergebnisse der sieben Probenahmekampagnen (von 1985 bis 2019, alle fünf Jahre) zeigen, dass der Kohlenstoffgehalt in Ackerböden im Durchschnitt eine leichte Zunahme zeigt. Für die Interpretation sind folgende Punkte wichtig:

  • Der Kohlenstoffgehalt der berücksichtigten NABO-Ackerstandorte ist sehr variabel und die Grafik bildet nur den Durchschnitt in den oberen 20 cm ab. Neben Standorten mit ansteigenden oder gleichbleibenden Kohlenstoffgehalten gibt es auch solche, die einen Rückgang aufweisen.
  • Die Grafik zeigt den Mittelwert über alle untersuchten Standorte, je nach Boden und Bewirtschaftung kann der Kohlenstoffgehalt zwischen etwa 1.2 bis rund 4 Gewichtsprozente betragen.
  • Es bestehen nur für rund 30 Acker-Standorte durchgehende Zeitreihen für den Kohlenstoffgehalt. Eine repräsentative Aussage für die gesamte Schweiz ist mit dieser geringen Datenbasis nicht möglich.

Da aktuell noch keine Referenzwerte für den Gehalt von Kohlenstoff in Schweizer Böden existieren, ist eine definitive Einordnung von Gehalt und Entwicklung nicht möglich. Insgesamt scheint die Entwicklung des Gehalts an organischem Kohlenstoff in den oberen 20 cm des Bodens aber leicht positiv zu sein, weshalb auch die Entwicklung vorsichtig positiv beurteilt wird.

Detailliertere Informationen sind in der Publikation «Ergebnisse der Nationalen Bodenbeobachtung 1985-2019» verfügbar.

Methode

Seit 1985 werden auf allen 114 Dauerbeobachtungsflächen des Nationalen Boden-Beobachtungsnetzes NABO alle fünf Jahre Mischproben aus den obersten 20 cm des Bodens genommen. Die Analysen werden im Oberboden durchgeführt, weil sich organische Substanz (deren Hauptbestandteil Kohlenstoff ist) dort akkumuliert.

Der Gehalt an organischem Kohlenstoff (in % der Trockensubstanz TS) wird aus der Differenz von Gesamtkohlenstoffgehalt (TC, Total Carbon) und anorganischem Kohlenstoff (IC, Inorganic Carbon) bestimmt. Dazu wird TC mit einem C/N-Analyser bestimmt, IC mit der Scheibler-Methode, und anschliessend wird die Differenz berechnet. Während der ersten vier Erhebungen (1985 – 2004) wurde der organische Kohlenstoff mittels Nassoxidation mit Kaliumdichromat und anschliessender Retitration gemäss FAL-Methode analysiert. Da diese Methode etwas niedrigere Konzentrationen ermittelt als die Messung über C/N-Analyser, wurden Proben der ersten vier Erhebungen nachgemessen und die Korrekturfaktoren auf alle Standorte der ersten bis vierten Erhebung angewendet.

Der Indikator wird für Ackerbaustandorte (Ackerböden) mit durchgehenden Zeitreihen berechnet. Der Kohlenstoffgehalt in den Böden verändert sich zwar nur langsam, aber landwirtschaftliche Verfahren können insbesondere im Ackerbau in kürzerer Zeit zu wahrnehmbaren Schwankungen führen. Die Ergebnisse werden als durchschnittlicher Gehalt je Erhebungszyklus angegeben.

Grundlage für die Bewertung der Entwicklung

Angestrebte Entwicklung Anfangswert Endwert Veränderung in % Beobachtete Entwicklung Beurteilung
Zunahme Mittel 1985/89-1995/99 Mittel 2005/09-2015/19 4.53% Zunahme positiv
 
Zuletzt aktualisiert am: 18.12.2025