Kupfer und Zink sind essentielle Nährstoffe für die Pflanzen. Es handelt sich dabei ausserdem um Spurenelemente, die sowohl für den Menschen als auch für Tiere notwendig sind. Charakteristisch für Spurenelemente ist jedoch, dass nicht nur Mangel, sondern auch Überschuss zu Problemen führt. Eine übermässig hohe Konzentration von Kupfer und Zink kann deshalb auch eine Belastung darstellen. Tritt eine solche Belastung auf, ist sie im Wesentlichen durch direkte Einträge in der Landwirtschaft bedingt.
Kupfer und Zink finden sich sowohl im Hofdünger als auch in Pflanzenschutzmitteln. Hofdünger wie etwa Rinder- oder Schweinegülle können grosse Mengen an Zink und Kupfer enthalten, die aus Futtermitteln stammen, denen sie aus gesundheitlichen Gründen oder zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Tiere zugesetzt wurden.
Da Hofdünger vor allem auf Ackerböden oder auf intensiv genutztem Grasland ausgebracht werden, besteht bei diesen Landnutzungen das grösste Risiko für eine Belastung. Kupfer ist zudem ein Bestandteil von Fungiziden. Diese werden häufig in Spezialkulturen wie Gemüse, Obst und Reben eingesetzt, weshalb die Böden dort teilweise sehr hohe Konzentrationen aufweisen und vereinzelt die Richtwerte überschreiten.
mittelmässig
negativ
Im Schnitt gelten die Böden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung als unbelastet, die Konzentration liegt insbesondere bei Kupfer jedoch im Mittel sehr nahe am Richtwert (Richtwert gem. Anh.1, VBBo: Cu 40 mg kg-1 TS; Zn 150 mg kg-1 TS). Die Konzentrationen sind somit zwar nicht bedenklich.
Gegenüber der letzten Erhebungsperiode haben beide Gehalte an Zink und Kupfer in 2023 zugenommen. Aus diesem Grund wird der Zustand als mittelmässig bewertet. Da aber der durchschnittliche Gehalt sowohl von Kupfer als auch von Zink über den gesamten Messzeitraum hinweg insgesamt zwar leicht, aber kontinuierlich zugenommen haben, ist die Entwicklung als negativ einzuordnen.
Die Entwicklung ist jedoch je nach Kultur unterschiedlich, was grösstenteils auf die kulturbedingten Unterschiede in der Dünger- und Pestizidanwendungen zurückzuführen ist. Böden mit wenig intensiver und extensiver Nutzung zeigen deutlich geringere Konzentrationen der beiden Schwermetalle. Detailliertere Informationen sind in der Publikation «Ergebnisse der Nationalen Bodenbeobachtung 1985-2019» verfügbar.
Seit 1985 werden auf allen 114 Dauerbeobachtungsflächen des Nationalen Boden-Beobachtungsnetzes NABO alle fünf Jahre Mischproben aus den obersten 20 cm des Bodens genommen.
Der Indikator wurde ausgehend von den Daten von landwirtschaftlich intensiv genutzten Beobachtungsflächen berechnet. Berücksichtigt wurde dabei Ackerland, intensiv genutztes Grasland und Spezialkulturen (Gemüsebau, Obstbau, Weinbau).
Die Beurteilung der Zink- und Kupferbelastung wird im Oberboden vorgenommen, weil sich die Schadstoffe aus Substanzen, die oberflächlich auf Landwirtschaftsböden ausgebracht werden, in dieser Schicht akkumulieren.
Der Zink- und Kupfergehalt wird anhand der Methode der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) analysiert (Lösungsmittel: 2 molare Salpetersäure HNO3). Die Ergebnisse (in mg kg-1 Trockensubstanz) werden als durchschnittliche Gehalte je Erhebungszyklus angegeben.
| Angestrebte Entwicklung | Anfangswert | Endwert | Veränderung in % | Beobachtete Entwicklung | Beurteilung |
|---|---|---|---|---|---|
| Abnahme | Mittel 1985/89-1995/99 | Mittel 2005/09-2015/19 | (1) 1.31%, (2) 6.34% | (1) Stabilisierung, (2) Zunahme | negativ |
| (1) Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer, (2) Durchschnittlicher Gehalt an Zink | |||||