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Gebiete für die Biodiversität

Biodiversität umfasst die Vielfalt des Lebens auf drei Ebenen: der Ökosysteme (Lebensräume), der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen) sowie der genetischen Vielfalt. Sie ist eine zentrale Lebensgrundlage für den Menschen, steht jedoch weltweit und auch in der Schweiz stark unter Druck. Für ihre langfristige Erhaltung sind neben aktiven Fördermassnahmen insbesondere Gebiete mit Naturvorrang – Schutzgebiete sowie andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen – Other Effective area-based Conservation Measures (OECM), unverzichtbar. Bund und Kantone haben hierfür mehrere flächenbezogene Instrumente definiert und setzen sie um. Der Indikator «Gebiete für die Biodiversität» bildet die Entwicklung dieser Flächen ab und schafft damit eine zentrale Grundlage für die nationale und internationale Berichterstattung.

Der Indikator «Gebiete für die Biodiversität» weist zudem den Beitrag der Schweiz zu Ziel 3 des Globalen Biodiversitätsrahmens aus. Dieses Ziel verfolgt, bis 2030 weltweit mindestens 30 % der Landesfläche, Binnengewässer sowie Küsten- und Meeresgebiete für die Biodiversität durch Schutzgebiete und OECM zu sichern. Die Schweiz hat kein nationales quantitatives Ziel festgelegt, welcher Flächenanteil bis 2030 auf nationaler Ebene erreicht werden soll.

 

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend
Andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen (OECM) - provisorisch aufgenommen bis 2030 2025: 6.43 Andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen (OECM)  - definitiv aufgenommen 2025: 1.64 Schutzgebiete - provisorisch aufgenommen bis 2030 2025: 2.6 Schutzgebiete - definitiv aufgenommen 2025: 10.77 Andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen (OECM) - provisorisch aufgenommen bis 2030 2024: 6.43 Andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen (OECM)  - definitiv aufgenommen 2024: 1.64 Schutzgebiete - provisorisch aufgenommen bis 2030 2024: 2.6 Schutzgebiete - definitiv aufgenommen 2024: 10.77
Gebiete für die Biodiversität nach Art der Fläche und Aufnahmestatus [% der Fläche der Schweiz]

Daten zur Grafik: Excel | Quelle: BAFU
Gebiete für die Biodiversität 2025: 21.44 Gebiete für die Biodiversität 2024: 21.44
Anteil der Gebiete für die Biodiversität [% der Fläche der Schweiz]

Daten zur Grafik: Excel | Quelle: BAFU

Kommentar

Die Erhaltung und langfristige Entwicklung der biologischen Vielfalt erfordern ein gut funktionierendes Netzwerk geeigneter natürlicher Lebensräume. Ein solcher Netzwerk besteht aus Schutzgebieten, in der Regel ökologisch äusserst wertvollen Flächen, in denen eine große Anzahl von spezialisierten Arten und Lebensräumen vorkommt und die Natur Vorrang hat, und andere wirksame flächenbezogene Erhaltungsmassnahmen (OECM), die auch zur Vernetzung beitragen.

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt definiert ein OECM als «ein geografisch abgegrenztes Gebiet, das kein Schutzgebiet ist und so geregelt ist und bewirtschaftet wird, dass langfristig positive und nachhaltige Ergebnisse für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in situ erzielt werden».

Die Gebiete für die Biodiversität stellen derzeit 21,4 % der Landesfläche dar. Schutzgebiete machen derzeit 13,4 % der Landesfläche aus, die OECM 8 %.

Die Biodiversität ist in einem schlechten Zustand und nimmt weiter ab [1]. Ein Drittel aller Arten und die Hälfte der Lebensraumtypen der Schweiz sind gefährdet. Punktuelle Erfolge können die Verluste nicht kompensieren. Es mangelt an Flächen mit ausreichender Qualität. Der Zustand wird daher als negativ bewertet.

Die Flächen für die Biodiversität in der Schweiz sind seit mehreren Jahren grundsätzlich stabil. Benötigt wird jedoch eine Zunahme um die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in Zukunft zu gewährleisten [2]. Diese Entwicklung ist daher unbefriedigend.

Verwandte Indikatoren

Internationaler Vergleich

Der Indikator «Gebiete für die Biodiversität» entspricht dem Indikator „3.1 Coverage of protected areas and other effective area-based conservation measures“, den das Übereinkommen über die biologische Vielfalt zur Messung der Erreichung des Ziels 3 des Global Biodiversity Framework GBF definiert hat.

Methode

Der Bundesrat hat die Flächenkategorien definiert, die zum Ziels 3 des GBF beitragen: diese sind im Anhang des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz Phase 2 (2025–2030) festgehalten. Diese Liste dient als Grundlage für die nationale und internationale Berichterstattung.

Die Liste unterscheidet zum einen die Schutzgebiete und die OECM, zum andern den Aufnahmestatus:

1) Kategorien von definitiv aufgenommenen Flächen (Schutzgebiete und OECMs). Bei diesen sind die Voraussetzungen erfüllt und, Stand heute, über längere Zeit stabil.

2) Provisorisch aufgenommene Flächenkategorien (Schutzgebiete und OECMs). Bis spätestens 2030 sind ergänzende Arbeiten notwendig, damit sie auf der Liste verbleiben können. Insbesondere ist die Verfügbarkeit der Geodaten zu verbessern. Ohne diese Verbesserung werden diese Flächenkategorien ab 2031 von der Liste entfernt.

Die Gesamtfläche der Gebiete für die Biodiversität wird nach Bereinigung der Überschneidungen (Flächen, die zu mehreren Schutzkategorien oder OECMs gehören) berechnet. Die verwendeten Daten stammen einerseits aus den verfügbaren Geodaten und andererseits aus Informationen, die bei den für die Umsetzung verantwortlichen Akteuren (Kantone, Bundesämter, für Naturschutzgebiete zuständige Dritte) eingeholt wurden.

 

[1] Forum Biodiversität Schweiz. 2026. Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten: Zustand, Entwicklung und Lösungsansätze – Ergebnisse aus Forschung und Monitoring. Bern (CH) : Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT). (Swiss Academies Reports; vol. 21, Nr. 1). doi: 10.5281/zenodo.17774713. Link.

[2] Bundesrat (CH). 2022. Umwelt Schweiz 2022 : Bericht des Bundesrates. Bern (CH): Bundesamt für Umwelt BAFU. Link.

 
Zuletzt aktualisiert am: 05.05.2026